Presseverteiler erstellen: So finden Verbände im Gesundheitswesen ihr Publikum

Mit der Pressearbeit zu beginnen, kann mühselig sein. Wer interessiert sich für eure Mitteilungen und Infos? Ihr seid herausgefordert ein Publikum zu finden, das euer Thema und eure Expertise zu schätzen weiß. In diesem Artikel zeige ich euch, wie das gelingt: In drei Schritten stellt ihr euren eigenen, exklusiven Presseverteiler zusammen. Das ist nicht nur günstiger als einen Zugang zu großen Datenbanken zu kaufen, sondern vor allem für kleine Verbände viel effektiver. In diesem Artikel zeige ich euch, wie ihr vorgeht.

Schritt 1: Medien auflisten – wo informiert sich eure Zielgruppe?

Als Verband im Gesundheitswesen oder in der Sozialwirtschaft habt ihr meist mehrere Zielgruppen: Ihr braucht die Aufmerksamkeit von Geldgebern wie der öffentlichen Hand oder von Entscheiderinnen von Förderprogrammen. Ihr wollt Stakeholder auf dem Laufenden halten, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer begeistern, eure Community an euch binden, Patientinnen und Betroffene aufklären, die breite Öffentlichkeit erreichen.

Fragt euch:

  • Wo informieren sich diese Menschen?
  • Was lesen, hören und schauen sie?
  • Gibt es spezielle Branchenmedien, die wichtig sind?

Listet so viele Publikationen, Podcasts, Fernseh- und Radiosendungen, etc. wie möglich auf. Legt euch dazu am besten eine für alle zugängliche (ggf. passwortgeschützte) Tabelle an. Diese Liste könnt ihr ständig erweitern und immer weiter verfeinern. Sie ist eure Grundlage, eure „Goldgrube“ zum Herauswaschen eurer PR-Erfolge.

Schritt 2: Adressen sammeln – wie könnt ihr Redaktionen erreichen?

Nun geht es darum, die Macherinnen und Macher der Formate zu kontaktieren. Bei manchen Medien ist das einfach, bei anderen ist Detektivarbeit nötig. Hilfreich ist immer, Netzwerke und bereits bestehende Kontakte „anzuzapfen“.

  • Habt ihr einen Draht zur Lokalpresse oder zu einem bestimmten Medium?
  • Hat schon einmal eine Journalistin über euch berichtet?
  • Kennt ihr einen Redakteur persönlich?

Wenn ja, dann setzt die entsprechenden Kontaktdaten unbedingt auf eure Liste. Notiert am besten dazu, wie ihr die Redaktionsassistenz erreichen könnt. Alles ist wichtig: Hausanschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Social-Media-Handles.

Solltet ihr keine bestehenden Kontakte parat haben, fangt mit der Recherche bei den öffentlich sichtbaren Adressen der Redaktionen an, die ihr in Schritt 1 erarbeitet habt. Hilfreich für eine Übersicht deutschlandweiter Tageszeitungen ist zum Beispiel die Mitgliederliste des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger.

Auch das Impressum von Zeitschriften und die Shownotes von Podcasts können aufschlussreich sein. Tipp: Wenn möglich, speichert euch die Adressen einzelner Ansprechpersonen ab. Eine redaktion@ oder eine info@- Adresse ist meistens kein nützlicher Kontakt, denn oft wird das Postfach nicht gepflegt (es gibt Ausnahmen). Es ist aber besser, es über eine Sammeladresse zu probieren als gar nicht.

Schritt 3: Personen kennenlernen – wer ist zuständig für euer Thema?

Wenn ihr Redaktionen und Kontaktadressen gesammelt habt, kommt die Kür eures Presseverteilers: Ihr findet heraus, wer dort genau euer Thema bearbeitet. Ist Person xy bei einer überregionalen Zeitung zum Beispiel für den Bereich Gesundheitspolitik zuständig? Prima, da seid ihr richtig. Bei Fachmagazinen ist die Aufteilung verschiedener Themen unter den Redaktionsmitgliedern oft noch feiner. Ermittelt genau, wer für euren Bereich zuständig ist. So steigen eure Chancen, Journalistinnen und Journalisten mit eurer Pressearbeit regelrecht zu begeistern (anstatt zu nerven). Hierzu noch zwei Tipps von mir:

  1. Probiert den altmodischen Weg übers Telefon aus und ruft mal bei der Redaktionsassistenz an. Fragt sie, wer genau für euer Thema zuständig ist. Das machen nicht viele Leute. Und nein – das ist nicht zu dreist, auch wenn der Umgangston am anderen Ende mitunter harsch sein kann (Hektik ist das daily business in der Medienwelt – nehmt es nicht persönlich).
  2. Fragt eure Ansprechpersonen oder die Redaktionsassistenz auch nach Vertretungen bei Urlaub oder Krankheit. So könnt ihr in der Sommerzeit oder vor Weihnachten auf weitere Redaktionsmitglieder zukommen, um eure Themen anbieten.

Bonus-Tipp: Findet heraus, welche festen Rubriken eure Ansprechpersonen betreuen. Das kann eine Kolumne sein, eine Zahl der Woche, eine Betriebsreportage oder ein ähnliches Format. „Stoff“ für diese speziellen Formate wird oft sehr gerne angenommen. Deshalb lohnt es sich, eure Zielmedien gut zu kennen.

Habt ihr mit diesen drei Schritten den Anfang gemacht, seid ihr auf einem guten Weg zu effektiver Pressearbeit. Im Laufe der Zeit wächst euer Presseverteiler so auf viele nützliche, handverlesene Kontakte an.

Klingt gut, aber euch fehlt Zeit und Muße für die Recherche? Dann nehmt gerne Kontakt mit mir auf und wir schauen, wie ich euch helfen kann. 

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Über mich
Porträt von Karina Scholz als Autorin des Blogs Pressearbeit für Gesundheitsverbände
Karina Scholz

Karina Scholz zeigt Verbänden aus dem Bereich Gesundheit & Soziales, wie sie ihre Pressearbeit strategisch planen und einfach durchhalten.

Sie bringt 18 Jahre Medien­er­fahrung mit – als Nach­richten­redakteurin, freie Journalistin und Autorin im Corporate Publishing. Zu ihren Auf­trag­gebern zählen Gesundheits- und Sozialverbände auf Landes- und Bundes­ebene.

Auf diesem Blog schreibt sie über zeitgemäße Presse­arbeit und gibt Tipps, wie Verbände auf sich und ihre Themen aufmerksam machen können.

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